Megathema für die Branche

Digitaler Produktpass

Megathema für die Branche

16. November 2022, 11:39
Nah dran am DPP: Franz-Josef von Kempis

„Die ersten Durchführungsverordnungen wird es frühestens 2024 geben, vielleicht auch erst 2025“, schätzt Franz-Josef von Kempis. „Ab 2027 wird der Digitale Produktpass dann Pflicht sein, die Verordnung in Kraft treten.“ Von Kempis ist Referent in der Abteilung Umwelt, Technik und Nachhaltigkeit beim BDI und auf Themen wie Ökodesign, umweltbezogene Produktkennzeichnung, Ressourceneffizienz, und Nachhaltigkeit spezialisiert. Seit Monaten beschäftigt er sich mit den Digitalen Produktpässen (DPP), die die EU einführen will, um den Wandel zur Kreislaufwirtschaft einzuläuten. Im Rahmen des Green Deal werden künftig alle Produkte mit einem DPP ausgestattet. Wie der Pass genau aussehen wird, daran arbeiten Verbände wie der BDI (bei dem der VDM ebenfalls Mitglied ist), der Dachverband Business Europe und andere.

Auch in Herford beim Daten Competence Center ist der DPP eines der wichtigsten Themen derzeit. DCC-Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer meint, dass der Digitale Produktpass im nächsten Jahr eines der zentralen Branchenthemen wird. „Der DPP soll ein Datenaustauschformat für alle Unternehmen in der EU sein. Wie Daten vom Vor-Lieferanten zum Hersteller und Handel weitergegeben werden, welche es sein müssen – all das ist noch nicht klar. Materialinfos sind wichtig, aber nicht die einzige Anforderung. Es ist also ein unwahrscheinlich komplexes Thema, das in den Mitgliedsunternehmen viele aufgeschreckt hat.“ Während die Herforder für die Branche koordinieren und auch der VDM mit im Boot ist, hätten einige in der Branche schon wichtige Vorarbeiten geleistet, etwa die AMK, sagt Plümer. Auf europäischer Ebene ist die European Furniture Industries Confederation (EFIC) ebenfalls mit im Boot. „Der kommende DPP ist eine Aufgabe, von der wir nicht wissen, wohin es genau geht. So gibt es bislang noch keine abschließenden Anforderungen. Als Möbelindustrie möchten wir aber Vorreiter sein, früh mit reinkommen in die Details“, sagt Plümer.

BDI-Referent von Kempis verweist auf die Wünsche der Wirtschaft: „Der Pass ist ein gutes Instrument – wenn es gut gemacht ist. Es gibt schon viele Datenbanken. Deshalb haben wir die Bitte, den DPP auf bestehenden Datenbanken aufzubauen, damit das auch kosteneffizient abläuft.“ Auch müssten adressatengerechte Zugänge definiert werden, damit beispielsweise keine Geschäftsgeheimnisse abfließen können. „Wichtig wäre es, REACH nicht noch einmal zu wiederholen. Eine Doppelregulierung wäre ungut“, sagt er. Auch Nutzwertiges könnte mit dem DPP verbunden werden. Von Kempis: „Der DPP sollte so flexibel gestaltet sein, dass er auch für kommerzielle Anwendungen genutzt werden kann. Etwa, dass Betriebsanleitungen oder Hinweise hochgeladen werden können. Es muss im Produktpass definiert sein, wo welche Infos für wen abgelegt werden.“ Künftig sollen auch Marktaufsichtsbehörden auf die Infos zugreifen können. „Das begrüßen wir“, sagt BDI-Mann von Kempis.

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