15. September 2021, 14:50
Der größte Hausgerätehersteller der Welt, Haier, ist in Europa im ersten Halbjahr um 35 Prozent gewachsen. Weltweit erwartet der chinesische Megaplayer für 2021 den Umsatzsprung über die 30-Milliarden-Euro-Marke. Das waren mal Zahlen, mit denen Thomas Wittling, Geschäftsführer der Haier Deutschland GmbH, am Mittwoch anlässlich der Einweihung der neuen Haier-Zentrale in München die nächsten strategischen Schritte ankündigen konnte. Das neue Büro in München, auf dem Gelände der Alten Messe in Riem, gibt es schon seit zwei Jahren. Aber Corona hat die Eröffnungsparty bislang vermiest.
Nun werden verteilt über drei Tage kleine Gruppen bewirtet. Man kann mit Haier-Testimonial Jörg Rosskopf Tischtennis spielen – oder einen fermentierten Chinakohl mit fränkischem Sauerkraut-Geschmack direkt vom Backblech des neuen Haier-Testimonials Alexander Herrmann verkosten.
Gastronom, Sterne- und TV-Koch Herrmann soll das Haier-Marketing hierzulande beflügeln; auch bei der Geräte-Entwicklung beraten.
Bislang ist Haier in Deutschland vor allem im Sologerätegeschäft vorwärtsgekommen, mit den Marken Candy und Hoover wurden gerade die ersten strategischen Schritte in der Blockvermarktung mit Nobilia und Baumann eingetütet. Haier soll aus der Küchen-Blockvermarktung rausgehalten werden; den Einstieg ins Einbaugerätegeschäft mit Haier als Premiummarke wolle man erstmal selbst steuern, so Wittling.
Seit 2018 hat Haier nach eigenen Angaben den Umsatz in Deutschland verdreifacht; im ersten Halbjahr ging es um stolze 60 Prozent nach oben. Das 2019 postulierte Ziel, in Deutschland mittelfristig die Nummer 1 zu werden, will Wittling auch jetzt nicht zurücknehmen, obwohl Haier in Deutschland gegen Größen wie die BSH mit Siemens und Bosch oder wie Miele doch nach wie vor eher wie ein Zwerg daherkommt. Wittling: „Die Nummer 1 zu werden, auch wenn der Gegner übermächtig erscheint, ist unser Ziel. Das wird nicht nur organisch gehen, sondern auch durch Übernahmen.“ In Europa ist Haier aktuell die Nummer 5. An Ehrgeiz fehlt es den Chinesen jedenfalls nicht.