Ozonos

Frischluft aus der Leuchte

04. November 2021, 11:14
Auf der Area30: Fredy Scheucher mit Michael Gieseck und Franz Bahlmann

Fredy Scheucher ist Fußballer, Marketingmann und Unternehmer. Viele Jahre war er in der Telekommunikationsbranche tätig. Heute tummelt er sich auf Küchenmessen - mit Ozonos, einem Start-up aus Salzburg, das Luftreiniger als Alternative zur Dunstabzugshaube produziert.

Scheucher hat ab der U8 bis zur U18 beim FC Bayern München gespielt, war in der U17-Nationalmannschaft, spielte für 1860 München (U18/19) und später in der zweiten Bundesliga. Beim SV Austria Salzburg war er Vorstandsmitglied. Klar, dass er auch mit seinem Start-up Ozonos auf Fußball-Sponsoring setzt: Ab der Saison 2021/2022 sind die Salzburger offizieller Partner des VfL Bochum. Dass die Wahl auf Bochum fiel, erklärt Scheucher so: „Der VfL Bochum ist ein gestandener Verein, er ist gerade aufgestiegen und er ist bodenständig. So sehen wir uns auch. Dazu kommt: Diesen Verein mag jeder, es gibt keine Fanfeindschaften. Und das Sponsoring ist finanzierbar.“ Klar, für Dortmund oder Bayern müsste man als Sponsor wohl den ein oder anderen Euro mehr auf den Tisch blättern.

„Noch mehr“ müsste man eigentlich sagen. Allein in Österreich summieren sich die Werbeausgaben des Start-ups nämlich schon auf rund eine Million. „Wir stecken viel ins Marketing, davon erhoffen wir uns, schnell einen hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen“, erklärt Scheucher. Bereits jetzt, knapp vier Jahre nach dem Marktstart Anfang 2018, ist Ozonos bei 850 Fachhändlern in der DACH-Region vertreten. Auch über Küchenhersteller wie Nolte, Sachsenküchen oder Haka sind die Produkte erhältlich. 2021 werden rund 5 Mio Euro Umsatz erwartet, mit 16 Mitarbeitern. ___STEADY_PAYWALL___

Scheuer Fredy Ozonos Fotor

Seinen Co-Gründer Thomas Brunauer, den Erfinder der Ozonos-Luftreiniger, lernte Scheucher über die Arbeit mit seiner 2016 gegründeten Marketingagentur Jetztwerk kennen. Als Innenarchitekt betreut Brunauer die Salzburger Prominenz. Dunstabzüge waren nicht sein Ding. Er entwickelte für seine Kunden eine mobile Alternative, die zugleich wartungsarm sein sollte. Auch Scheucher gab er ein Exemplar zum Ausprobieren mit. Der schenkte dem Gerät zunächst nicht viel Beachtung, erzählt er heute. Es blieb einige Zeit im Kofferraum seines Autos, bis dort kurz vor der Geburt seines Sohnes Platz für den Kinderwagen geschaffen werden musste. Scheucher holte das Gerät raus und beschloss, es auszuprobieren.

Den „Aha“-Moment hatte er am nächsten Morgen, als von den am Vorabend zubereiteten Schnitzeln und Bratkartoffeln nichts mehr zu riechen war. „Das funktioniert ja wirklich“, habe er gedacht und weitere Testgeräte in seinem Netzwerk verteilt - mit positivem Feedback. Scheucher war angefixt. Gemeinsam suchten die beiden nach einem potenziellen Produzenten und wurden ganz in der Nähe fündig bei der Digital Elektronik aus St. Leonhard. Innerhalb von 17 Monaten wurde Ozonos entwickelt und TÜV-zertifiziert. Vier Patente wurden angemeldet, die Hausgerätezulassung bewilligt.

Wie man anhand des Firmennamens erraten kann, arbeiten die Ozonos-Luftreiniger mit Ozon. Der hoch reaktive Dreifach-Sauerstoff verbindet sich mit anderen Stoffen wie Eiweißen und Fetten und befreit dadurch die Raumluft von ihnen. Bis zu einer Fläche von 45 qm ist ein Gerät ausreichend. Für größere Wohnflächen werden weitere benötigt, die dann beispielsweise auch in einer Stehlampe verborgen sein können. Seit dem vergangenen Jahr ist auch eine Deckenleuchte mit Luftreiniger verfügbar, die auf der Area30 im September dann erstmals live gezeigt werden konnte. In der Zertifizierungsphase ist außerdem ein vernetztes Gerät, das voraussichtlich im kommenden Sommer marktreif sein wird. Zwischen 1.099 und 2.599 Euro kosten die bislang auf den Markt gebrachten Geräte, denen im September 2020 gleich zweifach von Prüflaboren die Wirksamkeit gegen Coronaviren bescheinigt wurde.

Im Mai 2020 kam mit Niko Kovac noch ein bekannter Gesellschafter an Bord, der den beiden Gründern je 13 Prozent ihrer Anteile abkaufte, also insgesamt 26 Prozent hält. Mit einem kleinen Anteil von 3 Prozent stieg zwei Monate später der Südtiroler Profikoch Roland Trettl ein. „Trettl ist Überzeugungstäter“, sagt Scheucher. Er habe selbst zwölf Ozonos-Luftreiniger bei sich verbaut.

Für Ozonos sind Trettl und Kovac außerdem die idealen Werbegesichter. Mitte Dezember gehen in Österreich eine Reihe von TV-Werbespots mit Trettl an den Start. Im kommenden Jahr soll es auch in Deutschland Fernsehwerbung geben.

Trettl Roland Kovac Niko Ozonos Fotor

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