Duggan Küche + Einrichtung

Duggan Küche + Einrichtung

Vor dem neuen Normal

05. Oktober 2022, 11:34
Mark Duggan

Tielsa, Bulthaup und seit 2018 Poggenpohl: Der Münchner Küchenhändler Mark Duggan hat sich auf das Luxussegment spezialisiert und kennt fast ausschließlich Kunden, bei denen der Preis nur eine untergeordnete Rolle spielt. Aber auch er spürt derzeit eine Kaufzurückhaltung.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Küchenstudio, vielleicht im hochpreisigen München, am besten direkt gegenüber einem angesehenen Theater, aus dem regelmäßig kaufkraftstarkes Publikum strömt und dabei direkt auf Ihr hell er- leuchtetes Studio mit extragroßer Glasfront blickt. Am allerbesten wäre es natürlich, wenn Ihr Studio der einzige Laden vor dem Theater wäre. Dann nämlich ist es nicht so ganz unwahrscheinlich, dass das eine oder andere Pärchen nach glücklich überstandenem Opernabend zum Schaufenster des Studios schlendert und Sätze fallen wie: „Schau mal, Liebling, so eine Küche könnte ich mir bei uns auch gut vorstellen.“ Solch einen Superstandort hat Mark Duggan. Sein Poggenpohl-Studio direkt vor dem Münchner Prinzregententheater gehört zu den ersten Adressen in der Isarmetropole, wenn es um Luxusküchen geht. Seit 2021 betreibt Duggan am Maximiliansplatz einen zweiten Standort, unweit einiger Private-Equity-Firmen, mit 400 qm genauso so groß wie das in der Prinzregentenstraße. 14 Mitarbeiter beschäftigt er mittlerweile. Im Durchschnitt verkauft er seine Küchen und Inneneinrichtungen pro Kunde für 60.000 Euro. Die Preise für eine Küche bei ihm liegen im Normalfall zwischen 40.000 und 140.000 Euro. Angefangen hat das alles für ihn aber ganz anders.

Nach einem nicht abgeschlossenen Elektrotechnik-Studium startete Duggan in der Büromöbelbranche und arbeitete für den Hersteller Bolte. Zunächst nur nebenbei verkaufte er dabei Teeküchen und stand mit Herstellern wie etwa Nieburg in engem Kontakt. Aber offenbar hatte er am Küchengeschäft Gefallen gefunden. „Vor rund 30 Jahren habe ich mich dann selbstständig gemacht, zunächst nur mit einem halben Studio“, sagt Duggan. Die rund 250 qm im Münchner Vorort Aschheim teilte er sich nämlich mit drei Elektrikern. Auf den rund 125 qm, auf denen er zwölf Küchen platzierte, ging es dann eher klassisch zu, mit vielen typischen L-Küchen und Zeilen. Knapp anderthalb Jahre später – die Elektriker hatten das Geschäft verlassen – ging’s für ihn auf den kompletten 250 qm weiter, aber mit deutlich weniger Küchen, nämlich nur acht. Duggan entdeckte sein eigentliches Faible: hochwertig und beratungsintensiv verkaufen. Er spezialisierte sich auf Wellmann, insbesondere auf Tielsa-Küchen. Einige Kunden akquirierte er mit einem Stand auf der Münchner Heim+Handwerk – das Messegelände liegt nur wenige Kilometer von Aschheim entfernt.

Nachdem die Messe allerdings Jahr für Jahr weniger Besucher in die Hallen zog, fasste Duggan den Plan, Bult-haup-Händler zu werden. 2009 war die Immobilie in der Prinzregentenstraße gefunden. Ein halbes Jahr dauerten die Umbauarbeiten in dem Gebäude, in dem sich seit Jahrzehnten unter anderem eine Pilsstube und ein chinesisches Restaurant befanden. 30 Container Schutt wurden aus dem historischen Gebäude entfernt, inklusive des kompletten Estrichs, eine Zwischendecke aus Stahl eingesetzt, die Rundfenster erneuert. Alles wurde offener, weiter, größer. „Das Denkmalamt war begeistert“, sagt Duggan. Das Ergebnis kann man sich heute mit einem Blick durch die großzügigen Glasschaufenster ansehen.

Das Setting für den Premium-Küchen-Verkauf war geschaffen. Allerdings war die Ehe mit Bulthaup ganz offensichtlich nicht ganz konfliktfrei. 2018 wechselte Duggan zu Poggenpohl und folgte mehr denn je seiner Philosophie, dass Kunden im Hochwertsegment mehr wollen als nur eine Küche. Vor allem mit Rimadesio hat er, neben Strasser, Gaggenau und dem Lichtspezialisten Occhio, einen wichtigen begleitenden Lieferanten für diesen Weg. Der italienische Hersteller für begehbare Schränke, Schiebetürelemente, Regale und Möbel, der sich insbesondere auf die Verarbeitung von Aluminium und Glas versteht, passt gut in das Konzept von Duggan: weg vom reinen Küchenverkauf, hin zum alles umfassenden Inneneinrichter. „Die Entwicklung des Kunden im hochwertigen Bereich geht dahin, dass er nicht fünf, sondern nur einen Ansprechpartner haben will, wenn es um seine Wohnung geht“, sagt Duggan.

Dass Duggan auch langfristig auf dem richtigen Weg ist, da-von ist er fest überzeugt. Natürlich ist die gesamtwirtschaftliche Situation auch für ihn eine Herausforderung „Seit Juni ist es deutlich ruhiger geworden“, sagt er. Und das, obwohl es Duggans Kunden eigentlich egal sein kann, wie viel eine Küche kostet oder wie’s mit der Inflation gerade ausschaut. Aber auch Duggans Kunden sind, wie er sagt, „gefühlsgesteuert“. Schlechte Nachrichten machen einfach alle Verbraucher zurückhaltender und lassen die Frequenz im Laden sinken. Aber er sieht’s dennoch mit Optimismus: „Alles ist ein Auf und Ab“, sagt er, „abhängig von Wetter, Nachrichten und Stimmungen.“ Alles werde sich, so seine Sicht, nach dem starken Aufwärtstrend der Corona-Zeit und dem leichten Abwärtstrend aktuell auf „ein neues Normal einpendeln“.

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