IFA: Stress hinter den Kulissen

IFA

Stress hinter den Kulissen

25. April 2022, 13:07
Volker Klodwig

Am Mittwochnachmittag informiert die Ifa per Livestream aus Berlin die weltweite Presse über ihren für Anfang September geplanten Re-Start in Präsenz nach über zwei Jahren Corona. Das Ausstellungskonzept dürfte allerdings nicht das einzige Thema sein, auf das Ifa-Chef Jens Heithecker zu sprechen kommen muss. Hinter den Kulissen geht es seit Wochen rund. Bereits Anfang März berichtete die Hauptstadtpresse über Veränderungen im Kreis der Veranstalter und über Vorgänge, die man in Köln als Geklüngel titulieren würde. Angeblich gebe es gar Gedanken über einen Wegzug der Ifa aus Berlin. Der Tagesspiegel benutzt das Wort „Wirtschaftskrimi“.

Darum geht’s: Die Rechte an der Marke Ifa hält nicht die Messe Berlin, sondern die Industrievereinigung GFU mit Sitz in Frankfurt. An der wiederum sind als Gesellschafter elf Aussteller wie Miele, Panasonic, Liebherr, die BSH, Beko Grundig, Sharp, Samsung und weitere beteiligt. Veranstalter der Messe waren bislang aber GFU und Berliner Messegesellschaft gemeinsam. Dieser Vertrag gilt laut Tagesspiegel noch bis einschließlich 2023. Wie es danach weiter geht, darüber wird laut der Zeitung schwer verhandelt. Offenbar will die GFU die Messe künftig gemeinsam mit dem britischen Messeveranstalter Clarion Events (hierzulande unter anderem durch die Übernahme der ZOW im Jahr 2010 und als Veranstalter der Berliner Modemesse Premium bekannt und in den Händen der „Heuschrecke“ Blackstone) und einer Berliner Beteiligungsgesellschaft namens Aquila ausrichten, bei der auch der frühere Messechef Christian Göke mitmischen soll. Die Messe Berlin sei lediglich noch als Vermieter der lukrativen Messe vorgesehen. Der Messegesellschaft würden dadurch Gewinne entgehen. Es sei auch bereits versucht worden, Mitarbeiter der Messe abzuwerben; und die Abwanderung in eine andere Stadt stehe im Raum, falls man sich nicht einigen kann.

Vorsitzender des GFU-Aufsichtsrats ist seit 2021 Volker Klodwig, Vertriebschef für Zentral und Osteuropa bei der BSH. Klodwig sagte der FAZ, dass die Ifa sich verändern müsse. Einmal im Jahr aufsperren reiche nicht mehr. Der Plan: 365 Tage im Jahr eine Plattform nutzen, mit der Handel und Konsumenten global auf digitalem Weg erreicht werden können. Einmal im Jahr wäre die physische Messe dann der Höhepunkt des Auftritts. Klowdig bestätigte der FAZ dann auch, dass geplant sei „das unternehmerische Risiko und auch die Chancen“ auf ein Joint Venture zu übertragen, an dem Clarion mit 70 Prozent und die GFU mit 30 Prozent beteiligt seien. Die Gespräche liefen seit August 2021, seien aber durch „exorbitante zusätzliche Forderungen“ der Messegesellschaft gelähmt worden.

Am morgigen Dienstag steht das Thema Zukunft der Ifa dem Bericht zufolge auf der Agenda einer ZVEI-Konferenz. Letztlich werde sich das Thema über eine Ausschreibung regeln, so Klodwig. Da werde man dann sehen, „wie marktüblich“ das Angebot der Messe Berlin sei.

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