„Massive Bewegungen“

V-Zug

„Massive Bewegungen“

24. März 2022, 11:40
V-Zug-CEO Peter Schirig

Auf dem Schweizer Markt läuft es ausgezeichnet. Laut dem Fachverband Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) „ging das Jahr 2021 fulminant zu Ende“. Und in seiner letzten Statistik führt der FEA die Erfolge der E-Geräte-Industrie auf: In der Kategorie „Großgeräte“ wurde 2021 mit 1,65 Mio Einheiten ein Plus von 3 Prozent eingefahren. Besonders gefragt waren Einbau-Backöfen: deren Absatz stieg innerhalb von zwölf Monaten um mehr als 10 Prozent. Auch Kochfelder (6 Prozent) und Geschirrspüler (5,3 Prozent) legten besonders zu.

Davon profitiert im schweizerischen Heimatmarkt natürlich auch V-Zug. Der Hersteller war im Jahr 2021 – das ist ja schon was Besonderes in diesen Zeiten - lieferfähig, konnte das Geschäft ausbauen und neben einer Umsatzsteigerung von 9,5 Prozent auch das EBIT deutlich verbessern – um satte 27,5 Prozent auf 62,7 Mio Schweizer Franken. Als Platzhirsch im Bereich Haushaltsgeräte musste aber auch V-Zug schon im Oktober 2021 die Preise für Verbraucher um 4 Prozent anheben. Da geht es ihm wie dem Wettbewerb. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, hebt V-Zug die Preise im April nochmal um 5 Prozent an. Im weiteren Verlauf sollen die Preise abermals gelupft werden – aufs Jahr sei mit 10 Prozent Preisaufschlag zu rechnen, so die NZZ. Im Hochpreissegment – Schulthess und Miele sind hier die direkten Wettbewerber – würden damit beispielsweise Waschmaschinen um 200 Franken teurer. 

In diesem Jahr kommen neue Schwierigkeiten in der Lieferkette durch den Krieg in der Ukraine hinzu. Die hohe Nachfrage bei steigenden Einkaufskosten setzt sich fort. Für 2021 hatte der Zuger Hersteller in seinen Berichten von der „Sonderkonjunktur“ gesprochen. V-Zug-Boss Peter Schirig verweist gegenüber der NZZ auf eine schwierige Lage. So würde eine Erhebung von McKinsey einen Anstieg der Produzentenpreise in Europa von mehr als 20 Prozent anzeigen. Diesen „massiven Bewegungen“, so Schirig könne man sich nicht entziehen. Mitte März geht V-Zug in seiner Prognose noch von einem Wachstum um 6 Prozent für 2022 aus. 

In diesem und im kommenden Jahr soll das Bauprojekt am Stammsitz um einen weiteren wichtigen Teil-Schritt weiterkommen: Nach einem neuen Logistikzentrum (2008), der Fertigungslinie „Mistral“ (2016), den im Jahr 2020 im „Zephyr Hangar“ ans Netz gegangenen Pressen soll 2023 die neue Fabrik „Zephyr Ost“ in Betrieb gehen. V-Zug spricht dabei von einer „vertikalen Fabrik“. Für 2026 ist auf dem gleichen Areal die Fertigstellung eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums und eines Verwaltungsgebäudes vorgesehen („Zephyr West“). 

Bedeutend war 2021: Erstmals hat V-Zug 500.000 Geräte ausgeliefert. Der Heimatmarkt wuchs um 5,4 Prozent – im deutlich kleineren internationalen Geschäft legten die Zuger um 40,5 Prozent zu. Das Eigenmarkengeschäft erfuhr einen Schub um 27,5 Prozent. Aber V-Zug fährt auf Sicht: „Lieferengpässe vor allem bei Mikroprozessoren“ führten im ersten Quartal 2021 dazu, dass die zuvor zweistellige EBIT-Marge von mehr als 12 Prozent zeitweise auf 7,7 Prozent absank. Denn die höheren Kosten konnten erst im vierten Quartal 2021 über höhere Verkaufspreise weitergegeben werden.

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