Samsung will Geschäft mit Einbaugeräten stärken

Samsung

Im Jahr des Tigers

13. Januar 2022, 16:21
Einbau im Ausbau: Nedzad Gutic

Für den Hausgerätebereich hat Samsung das Jahr 2022, im chinesisch-koreanischen Kalender das Jahr des Tigers, zum Jahr des Wachstums ausgerufen. Nicht nur mit Staubsaugern, sondern auch mit Einbaugeräten will die Marke im Hausgerätebereich hierzulande wieder ein größeres Stück vom Markanteilskuchen.

Als Anfang November die Nachricht die Runde machte, dass Martin Alof als Chef des Einbaugerätebereichs bei Samsung seinen Hut nehmen wird (INSIDE 1124), da stand für viele im Markt die Frage im Raum, wie Samsung jetzt eigentlich mit dem Einbaubereich weiter fortfahren will. Ist ein Wechsel in der Strategie geplant? ___STEADY_PAYWALL___Wird jemand die Position wieder besetzen? Und wenn ja, wer? Auch jetzt will man sich bei Samsung noch nicht zu dieser Personalfrage äußern. Bei einem digitalen Roundtable-Gespräch mit Vertretern der Presse sagte Nedzad Gutic, Deutschlandchef in der Hausgeräteabteilung, nur: „Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht zu der Personalie äußern können.“ Und: „Wir sind nicht getrennt von Martin Alof.“ Was das bedeutet? Auf eine klare Antwort muss man wohl noch etwas warten.

Unabhängig davon ist aber klar, dass Samsung weiter den Einbaubereich vorantreiben will. Das wurde mehrfach deutlich während des Roundtable-Gesprächs betont, ebenso wie die Tatsache, dass gerade in diesem Bereich für die Koreaner noch viel Luft nach oben ist. Das Fazit für 2021 insgesamt fällt für Samsung durchaus gemischt aus: „Zum großen Teil sind wir zufrieden“, sagt Gutic, „trotz einzelner Rückgänge in manchen Warengruppen.“

Samsung konnte im Hausgerätebereich nicht ganz so stark wachsen wie der Markt insgesamt. Von 4,6 schrumpften die Marktanteile leicht auf 4,4 Prozent. 2022, so Gutic, wolle man wieder „zurück zur alten Stärke“ gelangen. Insbesondere im zweiten Halbjahr hatte Samsung Probleme, was die Lieferfähigkeit angeht. Gewinnen konnte Samsung im Einbau, weniger jedoch bei den freistehenden Geräten. Aber auch dort ist das Bild uneinheitlich: Während der Elektronikkonzern in Deutschland im Bereich Kühlen beispielsweise nach wie vor eine Größe ist und weiter wächst, gingen die Marktanteile bei Waschen und Trocknen 2021 zurück. Die Pandemie hat ihren Teil dazu beigetragen.

Als Zielgruppe hat Samsung vor allem junge, kaufkräftige Menschen im Visier. „Was uns auszeichnet: Wir sind der Hausgerätehersteller, der junge, kreative, zahlungswillige Kunden erreicht, weil wir genau den Zeitgeist verstehen und genau wissen, was dieser Zielgruppe wichtig ist“, sagt Gutic. Innovation, Design, Nachhaltigkeit seien deshalb Themen, die man vorantreibe. Ein großer Pluspunkt dabei: Viele Samsung-Geräte sind auf Konnektivität ausgelegt. Auch ist Samsung eines der Gründungsmitglieder der Home Connectivity Allianz (HCA), zu der sich schon weitere Hersteller wie Arcelik, Haier und Electrolux gesellt haben. Vergleichbar soll diese Allianz in der Zielsetzung mit dem sein, was Samsung mit Bosch bereits realisiert hat. Und auch was Nachhaltigkeit angeht, gibt man Gas: Samsung setzt dazu auf eine Verbesserung der Energieeffizienzklassen, fortschrittliche Energiespeichersysteme, den Einsatz von recyceltem Kunststoff auch im Gehäuse der Geräte und auf eine Kooperation mit Patagonia, deren Ziel es ist, die Menge an Mikroplastik in Gewässern zu reduzieren.

Dass der Fachhandel für weiteres Wachstum eine wichtige Basis bildet, ist bei Samsung längst schon gelebte Philosophie. „Alles, was wir machen im Marketing, ist partnerschaftlich abgestimmt mit dem Fachhandel, nur so können wir gemeinschaftlich wachsen“, sagt Diana Diefenbach, Head of Retail and Communication. „Unser Herz schlägt für den Fachhandel.“ Die eigene Studie Decentralized Living, die im Oktober rausgegeben wurde, zeigte, dass das Zuhause für die Zielgruppe von Samsung wichtig bleibt. Entsprechend geht man bei Samsung von einer weiterhin hohen Nachfrage aus, der man marketingseitig mit kreativen POS-Konzepten für den Fachhandel begegnen will. Aber natürlich hat Samsung wie viele andere Hausgerätehersteller mit der Warenverfügbarkeit zu kämpfen – auch wenn Samsung eine hohe Fertigungstiefe hat und über Produktionsstätten in Europa, insbesondere Polen, verfügt. „Das, was ich sehe, ist, dass jetzt größere Lieferungen kommen“, sagt Gutic. Er geht deshalb davon aus, dass es im zweiten Quartal zu einer Entspannung kommen kann.

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