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VME

Zugpferd Interliving

18. November 2021, 20:34
Jens Westerwelle

Die hochschießenden Corona-Zahlen trüben die Stimmung im Handel. Die Aufholjagd wird gebremst. Für die Verbandsmesse in dieser Woche musste hart auf Sicherheit umgesteuert werden. Auf das Gesamtjahr blickt der VME dennoch demütig. 2G plus auf der Messe – und schon waren auf Industrieseite ein paar bekannte Gesichter weniger da. Das fiel aber nicht so auf, denn auch die Gesellschafter kamen nicht im Pulk, sondern in kleineren Teams und, vorsichtig ausgedrückt, zeitlich deutlich entzerrter.

Am Hauptmessetag Mittwoch war das Messezentrum in Bielefeld entsprechend der Lage noch ordentlich besucht. Am Donnerstag fanden es einige aus der Industrie nicht mehr so witzig, dass sie um Präsenz gebeten worden waren. Verzieh man dann aber schnell wieder, denn aus der Industrie hatten mit Großabnehmer VME in diesem Jahr nur wenige Stress. Es wurden nahezu keine Konventionalstrafen gezogen. Die Abnahmequote bei Zuteilungen liegt – im Markt durchaus rekordverdächtig – bei über 98 Prozent. Platziert ein Polsterlieferant ein Sofa bei Interliving, steht es mindestens an 170 Stellplätzen. Die erneut aufkommende allgemeine Verunsicherung ist das beherrschende Thema, auch im Lager der VMEler. Corona hat den Einrichtungsmarkt wieder fest im Griff. Die Frequenzen im Handel gehen runter; vor allem großflächige Anbieter, die Frequenz nicht nur für die Faso-Abteilungen brauchen, spüren das wieder deutlich. Dennoch, nach wie vor gilt: hohe Abschlussquote, hohe Bons. Der Möbelhandel darf nicht klagen. ___STEADY_PAYWALL___

Für den VME sagt Hauptgeschäftsführer Frank Stratmann: „Wir schauen durchaus demütig auf das Jahr.“ Kleine und mittlere Häuser haben die nächsten Rekorde eingefahren. Die Großen nicht unbedingt, aber Umsatzkatastrophen sehen anders aus. Die neuen Kollegen aus dem einstigen Union-Verband mitgerechnet, liegt der VME bei 17 Prozent Plus in diesem Jahr. Bereinigt knapp über Vorjahr. Das Segment Polster boomt geradezu, liegt 25 Prozent über Vorjahr. Die Küchen – mit 29,6 Prozent Anteil am ZR-Volumen – schaffen knapp 20 Prozent Plus. Zusammen mit der MHK sieht man sich „deutlich“ als stärkste mittelständische Einkaufskraft im Küchenland. Und Interliving? „Exorbitant gut“, sagt Stratmann. In Stück und Wert lege Interliving – die Marke für die breite Mitte – zu. 20 Prozent mehr sind es 2021. Auch bei Interliving sind die Küchen – zur Freude von Lieferant Nolte – bereits die stärkste Warengruppe, sogar, wenn man nur das Holz rechnet.

Ein in diesem Jahr gestarteter Onlineplaner für die Interliving-Küchen dient dabei als Leadgenerator. „Das funktioniert immer besser“, sagt Einkaufsgeschäftsführer Jens Westerwelle. Auch die Kollektionsmarken von Modulmaster bis Wert-Küche werden gerade sukzessiv überarbeitet. Rund 50 VME-Händler schreiben mittlerweile Interliving außen ans Haus. Und es gibt nicht mehr viele der 200 VME-Gesellschafter, die nicht Interliving im Haus stehen haben. Die neue Kampagne mit Samu Haber und wirklich ganz witzigen Sofa-Spots schafft zudem neben dem Mainstream-Kanal TV auch erstaunlich viele Klicks auf Youtube. Wenn die jüngeren Leute dann deshalb vielleicht in die Filiale eines VME-Händlers einfallen, werden sie in Zukunft öfter auch mal auf eine Trendhopper-Fläche stoßen. Es wird nun ein neuer Versuch unternommen, Trendhopper (19 Häuser stark in den Niederlanden) mit frischen JuWo-Artikeln nach Deutschland zu holen. Pilothäuser: Interliving Schaumann, bald Interliving MMZ und Interliving Thiex. Auch Helmut Hagner mit Interliving Frey will aufspringen.

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