AMK

An der Belastungsgrenze

16. November 2021, 16:36
Volker Irle, Markus Sander, Roland Hagenbucher

Eigentlich, so sah es noch vor wenigen Tagen aus, sollte die AMK-Mitgliederversammlung, inklusive Branchenabend, wieder physisch stattfinden. Aber die Lage zwang den Mannheimer Lobbyverband, kurzerhand die Pläne zu ändern, und - wie im vergangenen Jahr -, digital über die Fortschritte in den Arbeitsgruppen und die Aussichten und Analysen für die Branche zu informieren.

Das Bild, das Vorstandssprecher Markus Sander (Geschäftsführer Häcker) von der Branchensituation zeichnete, könnte angesichts der Pandemie wahrlich schlimmer sein: Kochen bleibt Trend, der Küchenfachhandel zeigt sich als robuster Vertriebskanal, die Auftragsbestände sind bis ins nächste Jahr gut, die Branche ist Profiteur einer starken Aufwertung des eigenen Zuhauses. So ist die Lage, von der Sonnenseite aus betrachtet.

___STEADY_PAYWALL___

In Zahlen: Der Gesamtumsatz der Küchenmöbelindustrie ist bis September um 10,76 Prozent gestiegen, im Inland schwächer (3,93 Prozent), im Ausland stärker (20,80 Prozent). Allerdings: Wer auf die Zahl der Beschäftigten schaut - sie stieg um 2,47 Prozent - sieht, dass diese mit der steigenden Zahl der geleisteten Arbeitsstunden kaum mithalten kann. Denn diese ging um ganze 10,43 Prozent nach oben. Viele Mitarbeiter befänden sich "an der Belastungsgrenze", sagt Sander. Eine Zeit lang ginge das gut, aber sicher nicht auf Dauer.

Auch die Einbaugeräteindustrie hat ein außerordentliches Jahr hinter sich. Im Zeitraum von Januar bis August stieg nach GfK-Zahlen der Verkaufsumsatz in Deutschland um 11,3 Prozent, die Verkaufsmenge jedoch weniger stark mit 2,9 Prozent. Die globalen Rahmenbedingungen für ein weiteres Wachstum in 2022 sind in Europa, aber auch weltweit, nach Prognosen des IWF gut, das Konsumklima erholt sich. Nur leider hat die Branche mit anderen Herausforderungen zu kämpfen: Rohöl, Metalle, Mineralien, Logistik - alles wird teurer. Hinzu kommt eine Verunsicherung der Verbraucher durch die Inflation. Lieferengpässe gerade bei Vorprodukten und Rohstoffen, so Vorstandssprecher Roland Hagenbucher (Siemens Hausgeräte), würden noch deutlich bis in 2022 bestehen bleiben. Aber: Eine weiterhin gute Baukonjunktur unterstütze die Küchennachfrage auch 2022 zusätzlich.

Verwandte Artikel

Anzeige

Newsletter

INSIDE Wohnen Verlag GmbH
Destouchesstr. 6
80803 München

Telefon: (089) 38 35 670
Telefax: (089) 34 21 24

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vertrieb
Projekte