Bega

Ein besonderer Beirat

09. Juli 2021, 11:59
Marc Greve, Dieter Hilpert, Prof. Dr. Jörg K. Ritter, Henning Rolf

Am 1. Juli vor 50 Jahren startete Dieter Hilpert in der Möbelbranche. Von der Uni ging es direkt zur damals großen Kreft-Gruppe, die mit mehreren Standorten in Ostwestfalen und in Berlin und sogar einem Spanplattenwerk aktiv war. Hilperts erste Aufgabe bei Kreft: eine EDV installieren. Hilpert zog bald weiter. Kreft landete 1975 – getrieben vom eigenen Größenwahn – beim Konkursgericht. Ja, so hießen diese Gerichte damals noch. Lange her alles.

50 Jahre später regelt Dieter Hilpert nun nach einer, das sehen sicher auch alle seine Kritiker so, bemerkenswerten Unternehmerkarriere, und nach einem ziemlich langen Anlauf seine Nachfolge. Zum 1. Juli wurde ein Beirat für Hilperts Bega-Gruppe installiert. Die operative Führung der Bega-Gruppe, die für 2020 einen Umsatz von 525 Mio Euro vermeldet, bleibt unverändert bei Thorsten Hilpert und Rüdiger Schliekmann.

Gründer Dieter Hilpert wechselte mit seinen 75 Jahren nun zum Monatswechsel in den neuen Beirat – als Vorsitzender. Das war alles lange geplant. Im Beirat sitzen drei weitere Herren, von denen zumindest ein Name deutlich aufhorchen lässt. Im Bega-Beirat sitzen: Rechtsanwalt Henning Rolf, der langjährige McKinsey-Mann Prof. Dr. Jörg K. Ritter und Polipol-Geschäftsführer Marc Greve.

Da lohnt dann doch ein Anruf in Lügde. Dass Greve und Familie Hilpert seit vielen Jahren befreundet sind, ist kein Geheimnis. Lange Jahre war es allerdings so, dass auf Bega-Jubiläumsfeiern Greve eher lieber im Hintergrund blieb. Man wollte kein Getuschel im Markt. Jetzt dafür der Bang: Bega-Beirat. Weshalb? Hilpert: „Klar, das ist schon ein Signal, das ist eine Botschaft. Aber Sie können sich ja denken, dass wir die ganz bewusst so ausgesendet haben. Der Konzentrationsprozess auf Handelsseite ist für die Anbieterseite ein bedeutendes Thema. Wir wollen da gerne ebenfalls ein Zeichen setzen.“ Polipol-Boss Gerd Hemmerling wurde von Hilpert, wie Hilpert berichtet, natürlich gefragt, bevor das Angebot an Greve ging.

Das Zeichen der beiden Unternehmen ist selbstverständlich nicht so gemeint, dass Bega und Polipol nun zusammengehen. Hilpert: „Wir sind und bleiben harte Wettbewerber.“ Im Polster- und im Boxspringbetten-Segment dürfte die Konstellation dennoch viele Fragen aufwerfen: im Wettbewerbsumfeld, bei den Abnehmern, bei den Lieferanten. Hilpert sagt es so: „Die Kunden können an der Entscheidung ablesen, dass man uns nicht auseinanderdividieren kann.“

Am Ende geht es um zwei Schwergewichte mit zwei Mal mehr als 500 Mio Euro Umsatz.

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